Praxisworkshop zu Oral History und narrativen Interviews in der Museumsarbeit
Im Mittelpunkt steht die praktische Gesprächsführung im narrativen lebensgeschichtlichen Interview. Die Teilnehmenden lernen, wie Interviews vorbereitet, eröffnet und begleitet werden können, wie gutes Zuhören gelingt und wie mit Pausen, Nachfragen oder sensiblen Gesprächssituationen umzugehen ist. Hörbeispiele, praktische Übungen und der Austausch über eigene Erfahrungen aus der Museumsarbeit helfen dabei, Sicherheit für künftige Interviewprojekte zu gewinnen.
Referentin
Dr. Agnès Arp, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin der Oral-History-Forschungsstelle (Philosophische Fakultät), leitet seit 2021 die Oral-History-Forschungsstelle mit dem Fokus auf die ostdeutsche Erinnerung an der Universität Erfurt. Als Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin hat sie in verschiedenen Hochschulen und Forschungszentren gearbeitet. Sie forscht über die DDR, die Transformation, narrative Medizin und Oral History.
Programm
10.00 Uhr
Begrüßung und Einführung in den Tag
Vorstellung der Teilnehmenden, Erwartungen und bisherige Erfahrungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und Interviews im Allgemeinen.
10.15 Uhr
Oral History als Methode und Quelle
Kurzer theoretischer Einstieg zu Geschichte, Grundprinzipien und Bedeutung der Oral History: lebensgeschichtliches Erzählen, Erinnerung und Subjektivität, Verhältnis zu schriftlichen Quellen, Verantwortung im Umgang mit persönlichen Erfahrungen.
Sichtung/gemeinsames Hören der mitgebrachten Beispiele.
11.00 – 12.30 Uhr
Gesprächsführung in der Praxis:
Narrative Interviews vorbereiten und eröffnen: Rollenverständnis, Gesprächsrahmen, Erzählimpulse, offene Einstiegsfragen, aktives Zuhören, Selbstreflexion und die Bedeutung von Pausen und Datenschutz.
Nachfragen, Vertiefen, Strukturieren: Wie bleibt das Interview offen, ohne beliebig zu werden? Wie lassen sich biografische Erzählungen mit museumsbezogenen Fragestellungen verbinden? Hörbeispiele und gemeinsame Auswertung: Analyse ausgewählter Interviewsequenzen: Was trägt ein Gespräch? Welche Rolle spielen Zuhören, Nachfragen, Atmosphäre und Gesprächsdynamik?
12.30 Uhr
Mittagspause
13.15 Uhr
Praxisübung in Zweiergruppen:
Klärung der Aufgabenstellung, Bildung von Zweiergruppen, kurze Hinweise zu Interviewführung, Rollenwechsel und Beobachtung
Die Teilnehmenden erproben Gesprächseinstiege, Erzählimpulse und Nachfragen in kurzen Interviewsituationen.
14.45 Uhr
Auswertung der Praxisübung und Erfahrungsaustausch
Gemeinsame Reflexion: Was hat gut funktioniert? Wo wurde es schwierig? Welche Fragen stellen sich für Interviewprojekte in Museen?
10 Minuten Pause
15.20 Uhr
Nachbereitung der Interviews: Bedarf und bis jetzt erprobte Routine?
16.00 Uhr
Ende des Workshops
