Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um ideale Standards, sondern auch um pragmatische Lösungen bei begrenzten Ressourcen und typischen Unsicherheiten im Museumsalltag. Die Teilnehmenden können gern ein eigenes „Objektsorgenkind“ mitbringen – also ein Objekt, einen Fall oder eine Fragestellung aus der eigenen Sammlungspraxis.
Referent
Marcel Steller leitet seit 2021 die städtischen Museen in Wittenberge. 2024 fand im Wittenberger Stadtmuseum ein Kooperationsprojekt zum Thema Sammeln/Entsammeln mit der Universität Würzburg statt, dass deutschlandweite Beachtung fand. Stellers Forschungsschwerpunkte liegen im Umgang mit Museumssammlungen, städtischen Identitäten und der Geschichte von Verkehr und Infrastrukturen.
Zuvor war der Referent wissenschaftlicher Mitarbeiter im Schloss- und Stadtmuseum Hoyerswerda. Er studierte Geschichts- und Kulturwissenschaften, Präsentation und Historische Urbanistik.
Programm
10.00–11.00
Ankommen und Orientierung
Begrüßung im Stadtmuseum Wittenberge; Führung durch Stadtmuseum und Magazin; anschließend gemeinsamer Ortswechsel ins Torwächterhaus.
11.00–12.30
Vom Angebot zur Annahme
Vorstellung der Teilnehmenden und ihrer „Objektsorgenkinder“. Kurzüberblick zu Museums- und Sammlungskonzept, Sammlungsprofil sowie Nachbar- und Partnermuseen. Besprochen werden gezielte und zufällige Annahme, transparente Informationen an Gebende, Schenkungsvertrag, Vor- und Nachteile eines Leihvertrages sowie die Frage nach dem Eingangsbuch.
Vom Annehmen zum Aufnehmen
Klärung des Unterschieds zwischen Annahme und Aufnahme: Prüfung von Sammelwürdigkeit, Provenienz, Aura, Relevanz für das Sammlungsprofil, Ausstellungsbezug und Besucher*innenrelevanz.
12.30-13.15
Mittagspause
13.15–14.30
Vom Objekt zur Dokumentation
Übung zur Objektbeschreibung: Inventarnummernvergabe und fachgerechtes Aufbringen der Nummer; typische Fehler und Standards. Einführung in die Objektfotografie und die Objektbeschreibung.
14.30–16.00
Werkstatt und Transfer
Grunddatenpflege, spätere Detaildateneingabe und Lagerung. Objektgeschichte: das Objekt als Prisma unterschiedlicher Zugänge.
Individuelle Fragen und Werdegang der „Objekt-Sorgenkinder“
