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Provenienzforschung in brandenburgischen Museen

Provenienzforschung AKTUELL

Im Oktober 2020 wurde die fünfte Staffel des Erstchecks Provenienzforschung erfolgreich abgeschlossen. Diesmal wurden die Sammlungen des Museums Burg Beeskow, des Mitteldeutschen Marionettentheatermuseums Bad Liebenwerda und des Museums Mühlberg 1547 durch Dr. Marlies Coburger auf das Vorhandensein von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut untersucht. Die Recherchen brachten neben Hinweisen auf mehrere Objekte mit unklaren Provenienzen vor allem zahlreiche interessante Informationen zur Museums- und Sammlungsgeschichte zutage. Eine weitere Beschäftigung mit der Geschichte einzelner Sammlungsteile wird z.B. dem Museum in Bad Liebenwerda empfohlen. Hier gibt es hinsichtlich der Erforschung der Puppentheatersammlung noch einige Forschungslücken – waren doch viele Puppenspielerfamilien in der NS-Zeit als Angehörige der Sinti und Roma von Verfolgung und Vermögensentzug betroffen.

Provenienzforschung zwischen 1933 und 1945

2012 entwickelte der Museumsverband in Zusammenarbeit mit der damaligen Arbeitsstelle für Provenienzforschung den sogenannten „Erstcheck Provenienzforschung“. Im Rahmen des Erstchecks untersuchen erfahrene Provenienzforscherinnen und –forscher Museumssammlungen nach ersten Hinweisen auf Objekte, bei denen eventuell ein NS-verfolgungsbedingter Entzug vorliegt. Die Recherchen in den Hausarchiven und Depots erfolgten in enger Zusammenarbeit und mit Unterstützung durch die Kolleginnen und Kollegen in den Museen. Im Ergebnis erhalten die Museen einen umfangreichen Bericht und ggf. Empfehlungen für weitere Rechercheschritte. Wie ein Erstcheck aufgebaut ist, können Sie in Heft 23 der Museumsblätter nachlesen.

Übrigens: Die Erstchecks sind Dank einer 100-Prozent-Förderung durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste für die Museen kostenfrei! Der Erstcheck wurde zum Erfolgsmodell und wird inzwischen in zahlreichen anderen Bundesländern „kopiert“ – worüber wir uns sehr freuen!

Bisher haben sich folgende Museen am Erstcheck beteiligt:

  • Bad Freienwalde, Oderlandmuseum
  • Bad Liebenwerda, Mitteldeutsches Marionettentheatermuseum
  • Beeskow, Museum Oder-Spree, Burg Beeskow
  • Brandenburg a.d.H., Museum im Frey-Haus
  • Cottbus, Stadtmuseum
  • Dahme, Heimatmuseum
  • Eberswalde, Museum Eberswalde
  • Forst i.L., Brandenburgisches Textilmuseum
  • Frankfurt (Oder), Museum Viadrina
  • Fürstenwalde, Museum Fürstenwalde
  • Lenzen, Heimatmuseum
  • Lübben, Stadt- und Regionalmuseum
  • Luckau, Niederlausitz-Museum
  • Mühlberg/Elbe, Museum Mühlberg 1547
  • Müllrose, Heimatmuseum im Haus des Gastes
  • Neuruppin, Museum Neuruppin
  • Oranienburg, Kreismuseum Oberhavel
  • Perleberg, Stadt- und Regionalmuseum
  • Prenzlau, Kulturhistorisches Museum im Dominikanerkloster
  • Schwedt/Oder, Stadtmuseum
  • Strausberg, Heimatmuseum
  • Velten, Ofen- und Keramikmuseum
  • Wittenberge, Stadtmuseum „Alte Burg“
  • Wusterhausen/Dosse, Wegemuseum


Provenienzforschung zwischen 1945 und 1990 (SBZ und DDR)

Im Jahr 2017 initiierte der Museumsverband ein Pilotprojekt zur Erforschung kritischer Provenienzen aus der Zeit zwischen 1945 und 1990 in den Museen in Frankfurt (O.) (Museum Viadrina), Neuruppin, Eberswalde und Strausberg. Das Projekt wurde durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste kofinanziert und konnte 2019 abgeschlossen werden. In den untersuchten Museen wurden jeweils Hunderte Objekte mit kritischen Provenienzen identifiziert. Die Ergebnisse des Pilotprojektes legen nahe, dass praktisch alle Museen mit Gründungsjahr vor 1990 von der Thematik „kritische DDR-Provenienzen“ betroffen sind.

Die Zusammenfassung der Projektergebnisse finden Sie in den Museumsblättern, Heft 35.

Provenienzforschung im Bereich Kolonialismus

2019 hat der Museumsverband ein Verbundprojekt zur ersten inhaltlichen Auseinandersetzung mit Provenienzen mit (weitestgehend) kolonialem Hintergrund initiiert. Im Rahmen des Projektes werden Objekte erforscht, digitalisiert und im Rahmen einer Online-Ausstellung unter museum-digital veröffentlicht. Das Projekt wurde im Frühjahr 2020 abgeschlossen.

Wenn Sie Beratungsbedarf oder einfach Fragen rund um das Thema Provenienzforschung haben, melden Sie sich bei uns: sachse@museen-brandenburg.de. Wir beraten und unterstützen Sie allen Fragen rund um die Provenienzforschung!

 

Kontakt

Alexander Sachse

sachse@museen-brandenburg.de
Tel. 0331 / 23 27 914

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