In des Leders Werdegang
ist die Hauptsach der Gestank.
Kalk, Alaun, Salz, Mehl Arsen,
machen’s gar, recht weiß und schön.
Eigelb, Pinckel, Hundeschiete geben ihm besondere Güte.
Drum ist es ein Hochgenuß,
auf den Handschuh zart ein Kuß.
Wie der alte Gerberspruch bestätigt, hängt die Produktion von Leder vor allem von Gerb- und Hilfsstoffen ab, die zum Teil alles andere als fein sind. Ohne die Chemie von Alaun, Kalk und Kochsalz gibt es aber keine feinen Glacehandschuhe.
Im Weißgerbermuseum in Doberlug – Kirchhain wird dies den interessierten Besuchern vor Augen geführt. Sie erfahren natürlich auch, woher die geflügelten Worten „Ihm sind die Felle davongeschwommen“, „Das geht auf keine Kuhhaut“ oder „Ihm wurde das Fell gegerbt“stammen.
Die Gäste des Weißgerbermuseums lernen darüberhinaus eine Stadt als Produktionsstandort kennen, deren Gesicht wie keine zweite in der Niederlausitz durch das Gerberhandwerk geprägt worden ist.
Erst in den 1990er Jahren verschwand das traditionsreiche Gerberhandwerk fast vollständig aus Doberlug – Kirchhain. Das Weißgerbermuseum sammelt, bewahrt und erforscht dessen Sachzeugnisse.