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Museumsverband des Landes Brandenburg e.V.
Pressemitteilung 01/2010
Potsdam, 10. Februar 2010


Stellungnahme des Museumsverbands Brandenburg zum Standort für den Nachlass von Hedwig Bollhagen

Gegenwärtig wird in der Presse über die Frage diskutiert, an welchem Ort der Nachlass von Hedwig Bollhagen am besten platziert sei – in einem „Bollhagen-Museum“ in Potsdam oder im Ofen- und Keramikmuseum Velten. Der Museumsverband Brandenburg weist in diesem Zusammenhang auf die besondere fachliche Eignung des Ofen- und Keramikmuseums in Velten hin.

Das Ofen- und Keramikmuseum Velten

Das Ofen- und Keramikmuseum Velten (gegr. 1905) ist das einzige Spezialmuseum zur Geschichte der Keramik (Öfen, Bau- und Zierkeramik) im Land Brandenburg.  Neben seiner umfangreichen Sammlung an Öfen des 16. – 20. Jahrhunderts besitzt es Gebrauchs- und Zierkeramik vor allem märkischer Künstlerkeramiker. Untergebracht ist diese Sammlung seit 1994 auf insgesamt 1600 qm in dem unter Denkmalschutz stehenden Industriegebäude der noch heute produzierenden Ofenfabrik Schmidt, Lehmann (gegr. 1872) in der Veltener Wilhelmstraße 32. Das Museum hat eine wissenschaftliche Leitung, die Sammlung wird von einer ausgebildeten Archivkraft betreut.

Auf zwei geräumigen Etagen findet sich im Ofen- und Keramikmuseum Velten eine Dauerausstellung, die drei Schwerpunkte setzt (Öfen, Märkische Keramik, Stadtgeschichte Velten). Darüber hinaus wird dieses Angebot mit jährlich bis zu fünf Sonderausstellungen, Märkten und Festen, Sonntagsmatinéen, Kino- und Vortragsreihen sowie Führungen und einem museumspädagogischen Programm bereichert.

Erschließung, Forschung, Vermittlung

Das Museum leistet seit Langem profunde Qualitätsarbeit. Gerade auch im Themenschwerpunkt „Märkische Keramik“ führt es regelmäßig Forschungs- und Ausstellungsprojekte durch, die die Arbeiten bedeutender Keramiker und Keramikerinnen, auch Hedwig Bollhagen, aus historischer und künstlerischer Perspektive betrachtet. Das Museum ist seit Jahren dafür bekannt, dass es Keramik im gesellschaftlichen Kontext darstellt und vermittelt. Die Leiterin des Museum hat sich während ihres Studiums an der Martin-Luther-Universität Halle, in Wien und Toulouse intensiv mit der Geschichte insbesondere der Baukeramik befasst. Ihre Abschlussarbeit setzte sich mit der Burg Giebichenstein im Nationalsozialismus auseinander. Das Museum bietet daher in jeder Hinsicht die Gewähr für eine fundierte Darstellung von Hedwig Bollhagen und ihrem Werk, die selbstverständlich auch die Rolle von Hedwig Bollhagen im Nationalsozialismus thematisiert.

Qualitätsarbeit

Die hohe Qualität des Ofen- und Keramikmuseums Velten lässt sich an folgenden Kriterien ablesen:
1. Das Museum besitzt eine bedeutende, sinnvoll profilierte Objektsammlung, die gut gepflegt und durch Archivalien und Fotografien reich untersetzt ist.
2. Es betreibt eine kontinuierliche, professionelle Sammlungs- und Dokumentationsarbeit.
3. Es ist hervorragend gerüstet für eigene Forschungsprojekte und ermöglicht Forschung Dritter.
4. Es publiziert seine durch Forschung untersetzten Ausstellungsprojekte in gut gemachten, inhaltsreichen Katalogen, die es als Reihe gestaltet.
5. Es zeigt eine aus wertvollen, aussagekräftigen Objekten bestehende Dauerausstellung, die sinnfällig aufgebaut und besucherfreundlich gestaltet ist.
6. Es präsentiert in regelmäßiger Folge Sonderausstellungen, die das Profil des Museums schärfen, die wissenschaftlich fundiert aufbereitet sind und deren gute       Machart, Themen- und Objektauswahl das Museum weit über das Land Brandenburg hinaus attraktiv machen.
7. Es bietet abwechslungsreiche Kultur- und Kreativangebote, die das Thema „Ofen und Keramik“ variationsreich durchspielen, darüber hinaus dient es der Weiterbildung von Ofensetzern, die die unterschiedlichen Ausprägungen historischen Handwerks in ihr Wissensrepertoire aufnehmen möchten.
8. Es lässt Raum für eine große Bandbreite an selbstorganisierten Aktivitäten von Vereinen und Arbeitskreisen rund um das Thema „Ton-Kunst“.
9.Es ist kultureller Treffpunkt für alle Bewohner und Gäste der Stadt Velten und deren Umgebung. Kino, Feste, Konzerte und Vorträge bieten spannende Anregungen und ästhetische Genüsse.
10. Es kooperiert mit vielfältigen Bildungseinrichtungen, wissenschaftlichen Einrichtungen,  bildet einen wichtigen Baustein der Museen für Technik und Industriekultur, zugleich auch der kunsthistorischen und kunstgewerblichen Museen, nicht zuletzt auch der stadt- und regionalgeschichtlichen Museen. Entsprechend wird es in der Landesentwicklungskonzeption der brandenburgischen Museumslandschaft (MVB 2009) gewürdigt.
11. Schließlich: Das Museum fußt auf einem interdisziplinären Ansatz, der Geschichte, Handwerk und Technik, Kunstgewerbe und Kunst miteinander verbindet. Dieser Ansatz bietet Raum für schöpferische Entdeckungen und Erfindungen und damit hervorragende Potenziale für die Zukunft des Museums.

Aufgrund der hohen Qualität seiner Arbeit gehört das Ofen- und Keramikmuseum Velten zu den besten Spezialmuseen in der Museumslandschaft Brandenburg. Es entwickelt sich beständig weiter und vergrößert seine besucherorientierten Angebote. Seine überregionalen Kooperationsprojekte brillieren in der brandenburgischen und – bezogen auf keramische Spezialmuseen – der bundesdeutschen Museumslandschaft. Das gute Renomee des Museums verbreitet sich in der gesamten Bundesrepublik und auch darüber hinaus. 2009 wurde ihm der Initiativpreis der Ostdeutschen Sparkassenstiftung für die Förderung innovativer Projekte im brandenburgischen Museumswesen verliehen. Im Ofen- und Keramikmuseum Velten ist der Nachlass von Hedwig Bollhagen bestens aufgehoben.

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Nähere Informationen zum Museumsverband des Landes Brandenburg e.V. finden Sie unter www.museen-brandenburg.de/7.0.html


Verantwortlich:

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Arne Lindemann M.A.
Mitarbeiter

Museumsverband des
Landes Brandenburg e.V.
Am Bassin 3
14467 Potsdam

Fon: (0331) 232 79 11
Fax: (0331) 232 79 20
www.museen-brandenburg.de
www.zeitgeschichte-im-museum.de