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Stadt- und Industriemuseum Guben

Wie man Stadt- und Kulturgeschichte frisch und lebendig erzählen kann, ist seit Juli 2006 in Guben zu erleben. Dort nahm man sich im Zuge der Innenstadtentwicklung auch der umfassenden konzeptionellen und gestalterischen Neuordnung des Museums an, das sich vom "Technischen Museum der Hutindustrie" nun zum "Stadt- und Industriemuseum Guben" gewandelt hat.

Der Name des Museums deutet es bereits an: Stadt und Industrie, in diesem Fall vorrangig die Hutindustrie, sind in Guben aufs innigste miteinander verknüpft. Die frühe Entwicklung der Stadt zum Zentrum der Hutherstellung ist dabei in erster Linie mit einem Namen verbunden: Carl Gottlob Wilke. Der Hutmacher gründete 1822 in Guben eine Werkstatt, in der er Filzhüte aus Hasenhaar herstellte. Als er schließlich mit der bahnbrechenden Entwicklung des witterungsbeständigen Filzhutes aus Schafswolle Guben ins Blickfeld der europäischen Hutherstellung rückte, war die weitere wirtschaftliche Entfaltung der Stadt nicht mehr aufzuhalten.

Wilkes Erfolg zog zahlreiche andere Unternehmer an. 1888 wurde das größte deutsche Unternehmen, die Berlin-Gubener Hutfabrik AG, gegründet. 1925 existierten in der Stadt 11 Hutfabriken, 7 Hutformenfabriken, 1 Hutstoffwerk und 2 Maschinenfabriken. 1927 wurden 10 Millionen Hüte und Stumpen (Halbfabrikate) produziert, davon 30% für den Export. Im gleichen Jahr zählte die Gubener Hutindustrie 7460 Beschäftigte bei einer Einwohnerzahl von ca. 41000.

1864 bezog Wilke ein neues Fabrikgebäude in der Gasstraße. Genau hier befindet sich heute das Museum, eingebunden in das Stadtzentrum mit Rathaus, Bibliothek und Musikschule.

Die Bedeutung der Hutindustrie für die Stadt, aber auch der Hut selbst waren Ausgangspunkte für die konzeptionelle und gestalterische Planung der Dauerausstellung. Im Ergebnis ist eine Ausstellungsarchitektur entstanden, die als von der Decke abgehängte Hauben intime Themenräume bildet. Als Besucher bewegt man sich frei durch die mächtigen, freihängenden Hauben.

Insgesamt 14 Ausstellungshauben verschiedener Größen und Geometrien beherbergen jeweils ein Thema zur Gubener Stadt- und Industriegeschichte sowie zur Produktions- und Kulturgeschichte des Hutes. Das Themenspektrum reicht von der Geschichte Gubens vor und nach 1945, der Hutindustrie und der Glasfaserindustrie zu DDR-Zeiten, über Biografisches zur Wilkefamilie, die Produktionsschritte bei der Hutproduktion bis hin zum Vigu - einer Gubener Huterfindung.

Adresse

Stadt- und Industriemuseum Guben
Gasstraße 5
03172 Guben

Fon: (03561) 68 71 21 00
Fax: (03561) 68 71 40 00

stadt-und-industriemuseum
@guben.de

 

www.museen-guben.de/stadt-und-industriemuseum

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag
12-17 Uhr

Sonntag, Feiertage
14–17 Uhr

Für Kitas und Schulen auch vormittags auf Anfrage möglich.

Eintrittpreise

Erwachsene

3,00 €

Ermäßigt*

2,00 €

Ermäßigt**
Familienpass

3,00 €

Kinder 7–18 Jahre

1,50 €

 

Spezielle Angebote
für Gruppen
(ab 6 Personen u.
auf Anfrage)

15,00 €



* Studenten, Auszubildende, Wehr- und Zivildienstleistende, Rentner mit Schwerbeschädigung

** Ermäßigung gegen Vorlage des Familienpasses Brandenburg
Vollzahlung eines Erwachsenen 6 Kinder frei